Miteinander in Kirchheim e.V.  

       eine Initiative für Offenheit und Respekt        

 

Begriffe in der Flüchtlingsdiskussion

Asylbegehrender oder Asylsuchender

Schutzsuchende und potentielle Asylbewerber, deren Daten (Namen, Alter, Herkunft, Daumenabdruck) bei oder nach der Einreise im EASY-System erstmals registriert werden.

Asylbewerber 

Jemand gilt erst als Asylbewerber, wenn er oder sie bereits einen Asylantrag gestellt hat, über den aber noch nicht entschieden wurde.

Flüchtlinge

Offiziellen gilt man als Flüchtling, wenn der Asyl-Antrag erfolgreich war und man Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention erhalten hat (Synonym: "anerkannter Flüchtling“).

Kontingentflüchtlinge 

Menschen aus Krisenregionen können "aus humanitären Gründen" bereits im Ausland als Kontingentflüchtlinge bestimmt und aufgenommen werden. Sie müssen keinen Asylantrag stellen.

Geduldete

Menschen mit einer Duldung besitzen keinen Aufenthaltstitel, sie erhalten lediglich eine Bescheinigung darüber, dass ihre Abschiebung vorerst nicht vollzogen wird.

Illegale

Behörden bezeichnen Menschen als illegal, wenn sie ohne Genehmigung einreisen oder sich ohne gültige Papiere im Land aufhalten.

Sicherer Herkunftsstaat

Deutschland hat einige Länder zu "sicheren Herkunftsstaaten" erklärt (z.B. Serbien). Die deutschen Behörden gehen davon aus, dass dort "keine politische Verfolgung oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung" stattfindet.

Dublin-Fälle

Die Dublin-Verordnung regelt, welches EU-Land für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist. In der Regel ist es das Land, über das die EU als erstes betreten wurde - also häufigMittelmeerländer oder osteuropäische Staaten.

Asyl

"Politisch Verfolgte genießen Asylrecht", heißt es in §16a Grundgesetz. Doch dieses Recht wurde 1993 mit dem sogenannten "Asylkompromiss" stark eingeschränkt und ist weitgehend vom EU-Recht abgelöst

Flüchtlingsschutz

Menschen, die ihr Land "aus Furcht vor Verfolgung" verlassen mussten, können in Deutschland Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention beantragen. Anders als beim Asyl gilt hier auch nichtstaatliche Verfolgung gilt als Fluchtgrund.

Subsidiärer Schutz

Um subsidiären ("behelfsmäßigen") Schutz zu bekommen, muss ein Antragsteller nachweisen, dass ihm im Herkunftsland "ernsthafter Schaden" droht, beispielsweise wegen eines Bürgerkriegs, auch wenn bei ihm keine Fluchtgründe für Asyl oder Flüchtlingsschutz vorliegen.

Abschiebungsverbot

Wenn ein Asylbewerber keine der oben erwähnten Schutzformen bekommen hat, dann ist es nur noch möglich in Deutschland zu bleiben, wenn ein Abschiebungsverbot greift. Häufig passiert das, wenn jemand krank ist und sich sein Gesundheitszustand durch eine Abschiebung weiter verschlechtern könnte (etwa wegen fehlender medizinischer Behandlung im Herkunftsland). Auch humanitäre oder politische Gründe können für ein Abschiebungsverbot sprechen. Man erhält dann eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr

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