Miteinander in Kirchheim e.V.  

       eine Initiative für Offenheit und Respekt        

 

Rückspiegel

Veranstaltung Christian Springer am 4.3.2017

TROTZDEM!

Christian Springer in der „Ruine“ in Kirchheim

 

Ca. 450 begeisterte Zuhörer erlebten am Samstag, den 4. März, den Kabarettisten Christian Springer live in der Aula des Gymnasiums Kirchheim mit seinem aktuellen Programm „Trotzdem!“. Das Kirchheimer Gymnasium soll ja einem Neubau weichen; Eberhard Weidner vom Verein „Miteinander in Kirchheim e.V.“ sprach deshalb bei seiner Begrüßung von einem Abend in der baldigen „Ruine“. Christian Springer Bei seinen Erfahrungen am Münchner Maria-Theresia-Gymnasium, das zwar deutlich älter, aber noch keine Ruine sei, ging es dann mehr um die Lehrerschaft, in der der eine oder andere eher diesen Begriff verdient hätte. Seine eigene Schulkarriere war mit gelegentlichem Zusatzunterricht in der 7. und 8. Stunde, früher als Nachsitzen bezeichnet,  bereichert und er konnte so seine Liebe zu den Kastanienbäumen im nahegelegenen Salvatorkeller ausleben. Nach diesem kurzweiligen Einstieg kam eine fulminante Auseinandersetzung mit dem Begriff Leitkultur. Christian Springer zeigte auf, wieviel Unsinniges, wenig Reflektiertes und Widersprüchliches in diesem Schlagwort verborgen ist. Auch manche angeblich urbayerische Tradition wie das Bierzelt oder das Bier wurden brilliant auf ihre arabisch-türkischen Wurzeln zurückgeführt. Selbst die überzeugtesten Bayern mussten erkennen, wieviel Vermischung zwischen Germanen, Böhmen, römischen Söldnern und syrischen Bogenschützen das Mischvolk der Bajuwaren begründet haben. Mancher könne heutige Flüchtlinge aus Syrien als Verwandtschaft begrüßen. Mit aktuellen Seitenhieben auf die bayerische Flüchtlingspolitik, auf Ministerpräsident Seehofer und den Möchtegern-Nachfolger griff diese Vorlage gerne auf.

Sodann wurde der Bogen zur aktuellen Politik immer wieder meisterhaft hergestellt. Seine persönlichen Erfahrungen über den Umgang mit der Wahrheit durch frühere bayerische Politiker, wie FJS und Edmund Stoiber, waren Schwerpunkt des zweiten Teils. Dass man Mut zum Widerspruch, Geradlinigkeit und Haltung gegenüber manchen Politikern und Mächtigen braucht, die selbst die Klappe aufreißen, sie andern aber verbieten wollen, war sein Credo. Haltung beweisen, eben trotzdem!

Ein kurzweiliger und begeisternder Abend, den der noch junge Verein „Miteinander in Kirchheim e.V.“ mit Unterstützung der Gemeinde Kirchheim unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters hervorragend organisiert hatte.

Dr. Günter Reichart

Autorenlesung am 14.4.2016 im JUZ

„Sie sind ein toller Mensch! Sie sind jederzeit wieder in Kirchheim willkommen!“ So lautete eines der Statements, die neben den Fragen an den Autoren Hassan Ali Djan am Ende der Lesung zu hören waren. Und mit dieser Formulierung war die Stimmung unter den Zuhörern an diesem eindrucksvollen Abend treffend beschrieben. Aber der Reihe nach ...

„Ich bin ein afghanischer Bayer. Die Geschichte von einem, der sich durchgebissen hat.Das ist der erste Satz auf dem Plakat, mit der „Miteinander in Kirchheim e.V.“ auf die Auto- renlesung aufmerksam machen wollte, die er zusammen mit dem Helferkreis Asyl in Kirch- heim und dem Jugendzentrum Kirchheim am 14. April veranstaltete. Was sich hinter dieser Ultra-Kurzfassung des Abends verbergen sollte, davon konnten sich ca. 120 Besucher ein konkretes Bild machen. Hassan Ali Djan las aus seinem Buch „Afghanistan. München. Ich.

- Meine Flucht in ein besseres Leben“ und traf mit den Passagen, die er daraus auswählte, die Aufmerksamkeit und das Interesse der Anwesenden. Eindrucksvoll die Passage, wie   er in München ankommt, eingerollt im Reifen eines Lkw und durchgefroren während der langen Fahrt von Piräus in Griechenland. Wie er erkennt, wo er ist - genau da, wo er nie- mals hinkommen wollte - und dies als Analphabet. Amüsant die Schilderung, wie er seine Frau während der Arbeit in der Münchner Karstadt-Filiale kennenlernt. Beeindruckend auch seine Überlegungen, was die Schlüssel für einen erfolgreichen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland sein können, und wie er damit die Aufgabe, die ihm sein sterbender Vater   mit auf den Lebensweg gibt, zu bewältigen versucht: Sprache, Schulbildung, Berufsschule und Beruf. Aufschlussreich seine Schilderung des Asylverfahrens und die Erkenntnis, von welchen Unwägbarkeiten, Kleinigkeiten, Zufällen und manchmal auch Glück der Ausgang dieses Verfahrens abhängig ist. Und jetzt zusätzliche Bestätigung dadurch, dass er, nach- dem er es geschafft hat, eingeladen ist, über seine Erfahrungen zu berichten - nicht nur bei Lesungen, sondern auch bei Ausländerbehörden und bei staatlichen Institutionen, die aus seinem Schicksal und seinen Eindrücken lernen wollen, was bei unseren Prozessen besser werden kann.

Er ist angekommen in Deutschland. Das merkt man auch an seinem Umgang mit den Fragen, die ihm die Zuhörer am Ende des Vortrags stellen. Ganz besonders erfreulich war    es, dass eine Reihe unserer aktuellen Asylbewerber den Weg ins JUZ gefunden hatte, um einem ihrer Landsleute, einem ihrer Schicksalsgenossen Fragen in Dari stellen zu können und ihn um seine Meinung zu dieser oder jener Information zu fragen, die sie während ihres Aufenthalts in Kirchheim erhalten hatten. Viel länger als geplant dauerte die Fragestunde, die mit gemeinsamen Bildern und dem Austausch von Telefonnummern zwischen Hassan Ali Djan und den afghanischen Asylbewerbern zu Ende ging.

Fazit:

Die ca. 120 Zuhörer kamen voll auf ihre Kosten. Von allen Seiten, den Besuchern, dem Au- toren, den Asylbewerbern, von Mitglieder des Helferkreises Asyl in Kirchheim, dem ersten Bürgermeister und den Gemeinderäten gab es positives Feedback für die Veranstaltung, und auch die Buchhändlerin konnte alle ihre Exemplare von „Afghanistan. München. Ich.“ an diesem Abend verkaufen.

Ein kleiner Wermutstropfen kam beim Einsammeln der Plakatständer auf, da einige der teu- ren Exemplare (fester Zinkrahmen mit Boden aus haltbarer Presspappe und wetterfester Ab- deckung aus durchsichtigem Kunststoff) ziemlich ramponiert waren: die Abdeckung zerris- sen, die Plakate entfernt, die Rückwand zertreten. Vielleicht ein Fingerzeig darauf, dass bei manchem unserer Mitbürger diese Art Veranstaltung Agresssion und Wut erzeugt. Schade!

Jürgen Erkens Mai 2016

Wir schaffen das! Aber wie?

Diskussionsveranstaltung 12.12.2015 Pfarrsaal St. Andreas

 

Das Wort der Kanzlerin „Wir schaffen das!“ war der Aufhänger für die Diskussion zur Flüchtlingsfrage. Rund 100 Kirchheimer waren in den Pfarrsaal St. Peter gekommen und hörten die Ausführungen des Philosophieprofessors Brüntrup sowie Statements von Caspar von Hauenschild, dem Vorsitzenden von Transparency International Deutschland, sowie Dr. Michaela Harlander, Geschäftsführerin des Kirchheimer IT-Unternehmens Genua GmbH.  Siehe auch video

Stand Sozialmesse 26.11.2015